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Zeitschrift für Praktische Philosophie: Migration und Flucht als philosophische Herausforderung

Flucht, Exil, Weltbürgerrecht, Abweisungen und Rechtspopulismus: In der neuen Ausgabe der Zeitschrift für Praktische Philosophie (Bd. 12 Nr. 2) ist ein Schwerpunkt zum Thema Migration erschienen.

| Lesedauer: 1 Min.

Zehn Jahre nach der sogenannten „Flüchtlingskrise“ ziehen nicht nur Politik und Medien Bilanz. Auch die Philosophie reflektiert über Migration und Migrationserfahrungen. Karoline Reinhardt und Gottfried Schweiger leiten in „Migration und Flucht als philosophische Herausforderung“ den Themenschwerpunkt mit einem systematischen Überblick über zentrale migrationsethische Debatten ein. Dabei beschäftigen sie sich unter anderem auch mit der Heterogenität von Migrationserfahrungen sowie Herausforderungen durch Digitalisierung und Klimawandel.

Die weiteren Beiträge demonstrieren die Vielfalt philosophischer Zugänge. Frederek Musall beschäftigt sich in seinem Aufsatz „Migration als epistemische Figur“ mit biblischen Narrativen, rabbinischer Hermeneutik und jüdischem Denken zwischen Selbstbehauptung und universaler Verantwortung. Claudia Welz setzt sich in „Zuhören und Zusammenleben im Zeichen der Gastfreundschaft“ mit Donatella Di Cesares „Philosophie der Migration“ und ihrer Zusammenführung von kontinentalphilosophischen Traditionen mit zeitgenössischer Migrationsethik auseinander. Susanne Meyer-Teschendorf zeigt in „Kants Weltbürgerrecht und das Problem von Abweisungen an Staatsgrenzen“ wie relevant Kants Gedanken zu Einwanderung, Hospitalität und Grenzen für aktuelle Debatten sind. Lisa Clara Burger untersucht in „Autonomie im Ausnahmezustand“, wie die Situation in Notlagern Geflüchtete in ihrer Autonomie und der Entwicklung eines kohärenten Selbstbildes einschränkt. Julian Koptisch und Josef Barla setzen sich in „Weltoffenheit und Kontrolle“ mit der Einführung von Bezahlkarten für Asylsuchende auseinander und liefern eine kritische Perspektive auf gegenwärtiges Migrationsmanagement. Schließlich untersucht Roland Kipke in „Rechtspopulismus und das Überleben der liberalen Demokratie“ den Zusammenhang zwischen Migration und dem Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen. Dabei vertritt er – aus einer liberalen Position heraus – provokante Thesen, die kontroverse Diskussionen anstoßen werden.

Link zur Ausgabe: https://www.praktische-philosophie.org/zfpp/issue/view/27

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