Die Tagung beleuchtet die kulturellen Wechselwirkungen zwischen Deutschen und Slawen im 12. und frühen 13. Jahrhundert nach dem Wendenkreuzzug von 1147. Im Mittelpunkt stehen dabei die ca. 250 romanischen Kirchen in der Region, Landschaftsgeschichte, Siedlungsarchäologie und Archäogenetik.
Während die ältere Forschung diese Epoche häufig als eine Zeit einseitiger Eroberung dargestellt hat – mit besonderem Augenmerk auf die deutsche Expansion in heidnische slawische Gebiete und die Durchsetzung christlicher Institutionen –, stellen neuere archäologische Erkenntnisse und veränderte methodische Ansätze dieses Narrativ infrage. Stattdessen zeichnet sich ein komplexeres Bild des Zusammenlebens, des Kontakts und der gemeinsamen Veränderungen in einem sich wandelnden Grenzraum ab. Anhand von Architektur, archäologischen Funden und schriftlichen Quellen möchte die Tagung lang etablierte Vorstellungen eines vermeintlichen deutschen Kolonialismus durch eine Neubetrachtung der materiellen Geschichte hinterfragen und einer historisch und kunsthistorisch reichen Kulturlandschaft mehr wissenschaftliche Aufmerksamkeit verschaffen.
Organisatoren:
Prof. Dr. Armin Bergmeier (Passau)
Prof. Dr. Gregory Bryda (New York)