Buket Altinoba, Dr. phil., ist Kunsthistorikerin und forscht im Rahmen ihres Habilitationsprojekts am Lehrstuhl für Allgemeine Kunstgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie untersucht skulpturale Reproduktionsverfahren des 18. und 19. Jahrhunderts als Wissenstechniken: Abformen, Übertragen und Skalieren machten Kunstwerke messbar, vergleichbar und transportabel – und schrieben sich so in die Verflechtungen einer globalen Moderne ein. Von dort verläuft eine Linie zu heutigen 3D- und KI-Technologien sowie zu den Wissensordnungen, die diese ihrerseits hervorbringen.
An der LMU leitete sie das DFG-Projekt (Eigene Stelle) „Skulpturmaschinen. Wettstreit der Reproduktionstechniken 1770–1880" (2020–2023). Zuvor vertrat sie Professuren an den Universitäten Hamburg und Regensburg und war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst- und Baugeschichte des Karlsruher Instituts für Technologie. Dort promovierte sie über die Istanbuler Kunstakademie (publiziert im Gebr. Mann Verlag, 2016). Der Kunstgeschichte der Türkei und des Osmanischen Reichs gilt weiterhin ein zweiter Forschungsschwerpunkt.
Beide Felder verbindet die Frage, wie sich Moderne weniger als Stilgeschichte denn als Ordnung des Wissens beschreiben lässt – in Werkstätten und kunsttechnischen Verfahren ebenso wie in Akademien, Sammlungen und auf Weltausstellungen. Diese Perspektive prägt auch ihre institutionelle Arbeit; als Mitglied des DFG-Netzwerks „Entangled Histories of Art and Migration“ (2019–2022) und seit 2013 in der AG „Kunstproduktion und Kunsttheorie im Zeichen globaler Migration“ im Ulmer Verein. Diese Themen bringt sie auch in ihre aktuelle Lehre an den Universitäten Passau und Regensburg ein.
Gefördert wurde ihr Werdegang u. a. durch ein Stipendium im DFG-Graduiertenkolleg „Bild Körper Medium“ an der HfG Karlsruhe sowie durch das Mathilde-Planck-Programm des Landes Baden-Württemberg an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.
Zuletzt erschienen der Sammelband Scalability and its Limits in Photography and (Digital) Sculpture (De Gruyter, 2025) sowie die Themenhefte Sites of Reproduction. Fotografie und Skulptur zwischen Wissen und Technik (Kunstchronik, 2025) und zu den Weltausstellungen (RIHA, 2024; Passages, 2026).