Titel: Teilhabegerechtigkeit bei der digitalen Inklusion älterer Erwachsener: Eine Potenzialanalyse von Sprachassistenten
Kurzbeschreibung des Kontextes:
Die kumulative Dissertation untersucht die Komplexität und die Möglichkeiten, die mit der Annahme und Nutzung von Sprachassistenten durch ältere Erwachsene verbunden sind, und konzentriert sich auf die digitale Teilhabegerechtigkeit aus theologisch-ethischer und sozialer Sicht. Durch eine umfangreiche Reihe methodisch unterschiedlicher Studien - darunter systematische Literaturauswertungen, Laborexperimente, Umfragen und Feldstudien - zielte die Forschung darauf ab herauszufinden, wie ältere Erwachsene kommerzielle Sprachassistenten, wie z. B. das spezielle Modell "Amazon Echo Show 10, 3. Generation mit integriertem Sprachinterface Alexa" wahrnehmen, mit ihnen interagieren und von ihnen beeinflusst werden. Die Thesis zeigt auch Hindernisse auf, welche die Annahme dieser Technologien in dieser Bevölkerungsgruppe behindern und geht auch auf Tendenzen von Antropomorphisierung der Geräte ein.
Die Dissertation zeigt zunächst, dass ältere Erwachsene den Nutzen von Sprachassistenten in verschiedenen Anwendungen erkennen können, darunter für die Informationsbeschaffung, Unterhaltung und das Gesundheitsmanagement. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung dieser Geräte für die Verbesserung der Lebensqualität, indem sie den Zugang zu wichtigen Dienstleistungen erleichtern und die soziale Interaktion fördern, selbst bei Personen, die körperlich isoliert sind.
Die Dissertation zeigt jedoch auch, dass ältere Menschen Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Privatsphäre und der Datensicherheit haben, was ihre Bereitschaft, Sprachassistenten zu nutzen, deutlich beeinflusst. Die Komplexität der Geräte und gelegentliche Schwierigkeiten bei der Interaktion - wie etwa Probleme bei der Befehlsformulierung und der Spracherkennung - stellen eine weitere Herausforderung für die Benutzerfreundlichkeit dieser Gruppe dar.
Ein bemerkenswerter und einzigartiger Aspekt der Studie ist die Anthropomorphisierung der Geräte durch einige ältere Erwachsene. Dieses Verhalten, bei dem die Benutzer Sprachassistenten menschenähnliche Eigenschaften oder emotionale Verbindungen zuschreiben, deutet auf tiefere psychologische und soziale Dimensionen in der Beziehung zwischen Benutzer und Technologie hin. Dieses Phänomen wurde untersucht, um seine Auswirkungen auf die Technologieakzeptanz und das Potenzial dieser Geräte, Gefühle von Einsamkeit und sozialer Isolation zu mildern, zu verstehen.
Abschließend bietet die Dissertation gezielte Empfehlungen zur Verbesserung von Design, Kommunikation und Funktionalität von Sprachassistenten, um den Bedürfnissen und Vorlieben älterer Menschen besser gerecht zu werden. Sie unterstreicht die Notwendigkeit einer Technologieentwicklung, die die Würde und Autonomie älterer Menschen in den Vordergrund stellt und ihre digitale Teilhabe und Gleichberechtigung gewährleistet. Die Arbeit fordert einen ganzheitlichen Ansatz, der ethische Überlegungen in die Entwicklung und Verbreitung von Technologien einbezieht, und setzt sich für einen Rahmen ein, der die vollständige Einbeziehung älterer Menschen in die digitale Welt unterstützt.
Gesamt-Publikation:
„Teilhabegerechtigkeit bei der digitalen Inklusion älterer Erwachsener: Eine Potenzialanalyse von Sprachassistenten
Einzelpublikation:
Zeitrahmen: Abgeschlossen
Beteiligte Institutionen/Personen:
Prof. Dr. Bernhard Bleyer (Universität Passau), Prof. Dr. Diane Ahrens (Technische Hochschule Deggendorf), Prof. Dr. Harald Kosch (Universität Passau)