Sollen wir KI vertrauen? Und was bedeutet Vertrauen im Kontext von KI überhaupt? Diese und weitere Fragen stellte sich Prof. Dr. Karoline Reinhardt in ihrem Vortrag Eine Frage des Vertauens? Ethische Perspektiven auf Künstliche Intelligenz, den sie am 13. Januar im Rahmen der Ringvorlesung KI im philologischen Kontext. Grundlagen, Praktiken, Reflexion, Kritik an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale) hielt. Die Ringvorlesung wurde in Kooperation mit dem Leopoldina-Zentrum für Wissenschaftsforschung organisiert.
Künstliche Intelligenz stellt philosophische Theorien des Vertrauens vor neue Herausforderungen. Es reiche nicht, diesen Herausforderungen mit einem Ausweichen auf ein Konzept von Verlässlichkeit (reliability) zu begegnen. Vielmehr müsse man Vertrauen auch als eine politische Emotion begreifen, die uns helfen kann, AI Governance in seiner Neuartigkeit und Komplexität besser zu verstehen, so Reinhardt.
In ihrem Vortrag verweist Prof. Dr. Karoline Reinhardt auf die Ethikleitlinien für vertrauenswürdige KI, die im Auftrag der Europäischen Kommission von einer High-Level Expert Group an Artificial Intelligence (HLEG) 2019 erarbeitet wurden und Rechtmäßigkeit, ethisches Verhalten und technische Robustheit als Grundprinzipien vertrauenswürdiger KI benennen.
Bereits in ihrem Aufsatz Trust and trustworthiness in AI ethics (2023) gibt Prof. Dr. Karoline Reinhardt einen Überblick, wie Ideen zu Vertrauen in bisherigen KI-Richtlinien umgesetzt wurden und plädiert dafür, auch Ansätze aus der Praktischen Philosophie heranzuziehen, um ein besseres Verständnis von Vertrauen im Kontext von KI zu gewinnen.
Link zu Aufsatz Trust and trustworthiness: https://link.springer.com/article/10.1007/s43681-022-00200-5
