Digitales Grünes Band
| Projekttitel | Auf dem Weg zum "Digitalen Grünen Band". Kurztitel: Digitales Grünes Band |
|---|---|
| Laufzeit | 01.07.2026 - 31.12.2028 |
| Mittelgeber | DBU - Deutsche Bundesstiftung Umwelt |
| Ideelle Projektpartner | Vorläufige Geschäftsstelle Welterbe Grünes Band (Vorläufiges Welterbebüro), Nationales BUND Kompetenzzentrum Grünes Band, https://www.bund.net/themen/gruenes-band/gruenes-band-erleben/ Thüringer Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, https://thla.thueringen.de/1 |
| Projektleitung | Prof. Dr. Malte Rehbein (Universität Passau) Markus Gerstmeier, M.A. (Universität Passau) |
Projektbeschreibung
Das Grüne Band Deutschland, Europas größte Naturschutzinitiative, ist ein einzigartiges Beispiel für die untrennbare Verknüpfung spezifischer ökologischer Gegebenheiten und der zeitgeschichtlichen Prägung als Teil des ehemaligen „Eisernen Vorhangs“. Daraus folgt auch, dass an diesem Großprojekt ganz verschiedene Akteure beteiligt sind – Behörden, Institutionen und zivilgesellschaftliche Gruppen aus unterschiedlichen fachlichen Kontexten, und dies über neun Bundesländer hinweg. Obwohl sie in ihrer Arbeit für das Grüne Band praktisch mit den gleichen Phänomenen zu tun haben, gibt es zwischen den beteiligten Institutionen und Disziplinen sowie länderübergreifend noch immer keine konzeptionelle und taxonomische Einheitlichkeit bezüglich historischer Relikte am Grünen Band und bislang auch kaum Kommunikation darüber. Auch die technischen Standards, Erhebungsverfahren und Speicherformate sind weithin divers, Datenbestände zu Natur und Kultur bislang nicht zusammengeführt. Hier besteht ein dringender Handlungs- und Innovationsbedarf für ein übergreifendes Management der Daten. Die Vorbereitung einer UNESCO-Welterbenominierung des Grünen Bandes akzentuiert diese Notwendigkeit in besonderer Weise.
Deshalb sollen im Zuge einer induktiven Erfassung der integral zusammenhängenden Biodiversität und der historischen Grenzrelikte in drei ausgewählten Modellregionen des Grünen Bandes einheitliche Kategorien und Begrifflichkeiten zu den gegebenen Phänomenen gebildet sowie eine Datenmodellierung durchgeführt werden, die als Zentrale Datenintegrationsinfrastruktur (ZDII) einen fachlichen und technischen Standard für alle Anrainer des Grünen Bandes und die dort beteiligten Akteure zur Verfügung stellt. Dabei wird darauf geachtet, Schnittstellen zu den gängigen GIS-Anwendungen (z.B. QGIS) vorzusehen.
Die drei im Projekt exemplarisch zu bearbeitenden Modellregionen am Grünen Band sind so ausgewählt, dass mit Thüringen und Sachsen-Anhalt diejenigen beiden Länder mit den längsten Abschnitten des Grünen Bandes vertreten sind. Außerdem liegen Sachsen, Niedersachsen, Hessen und Bayern in den gewählten Regionen, wodurch insgesamt sechs der neun Anrainerbundesländer der ehemaligen innerdeutschen Grenze in dem Modellprojekt berücksichtigt sind.

