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DFG

(S)HALLOW Theology?

Eine systematisch-theologische Untersuchung der Gebets-App ‚Hallow ‘und eine dogmatische Analyse der damit verbundenen Formen KI-basierter Glaubenskommunikation

GZ: WE 6892/2-1; Projektnummer: 584699093

Das Projekt widmet sich der systematisch-theologischen Untersuchung der u.a. von Peter Thiel und J.D. Vance finanzierten „katholischen“ Gebets-App Hallow und des darin integrierten KI-Moduls Magisterium AI.

Hallow verzeichnet Millionen Nutzer:innen weltweit und stand 2024 zeitweise auf Platz 1 der Apple-Download-Charts. Es stellt sich die Frage, welche Inhalte hier Verbreitung finden. Die Auseinandersetzung mit dem Selbstverständnis des katholischen Glaubens in seiner Identität und Authentizität ist dabei seitens der zuständigen Fachdisziplin – Dogmatik – zu verhandeln. Ihr kommt hohe gesellschaftliche Verantwortung zu, da sie die Gefahren einer Verflechtung von politischen, ökonomischen und religiösen Interessen sachlich und differenziert zu beurteilen hat.

Hallow wirbt damit, dass die präsentierten Lektionen, Podcasts etc. „immer zu 100 % mit der kirchlichen Lehre übereinstimmen“ und dass der integrierte KI-Chatbot (Magisterium AI) „die“ Lehre der katholischen Kirche vermittelt – ein Geltungsanspruch, der durch wissenschaftliche Theologie zu überprüfen ist.

Das Projekt untersucht a) das zugrundeliegende Glaubensverständnis, das potenziell verengt wird; b) die präsentierten Inhalte, ihre womöglich selektive Auswahl und Interpretation; c) das KI-Modul, das anstelle des kirchlichen Lehramts vermeintlich eindeutige Antworten auf Glaubensfragen geben soll.

Dabei stellt sich auch die Frage, ob KI-Biases ausgeschlossen werden können, die potenziell spirituelle Manipulation und Missbrauch begünstigen.

Das Projekt schließt eine Forschungslücke, da es Erkenntnisse aus Medienwissenschaften, Religionssoziologie und praktischer Theologie berücksichtigt und auf eine dogmatische Fragestellung hin bündelt: Handelt es sich um eine authentische, vermeintlich „heilig“ machende (hallow) Form christlicher Glaubensverkündigung im virtuellen Raum, oder begegnet eine eher seichte (shallow) Darstellung des christlichen Glaubens, der (vielleicht unreflektiert) einseitig-selektiv oder tendenziös präsentiert wird? Handelt es sich um eine Instrumentalisierung des Labels „katholisch“ für kommerzielle Zwecke oder um eine kreative Option für Gläubige und einen neuen Weg der Glaubensrezeption? Das Wortspiel (S)HALLOW Theology? markiert eine innovative und offene Forschungsfrage. Das Projekt erschließt ein völlig neues Forschungsfeld und betreibt in der paradigmatischen Betrachtung dieser Anwendungen theologische Grundlagenforschung.

Ziel ist es, hermeneutische Prämissen offenzulegen. Halten sie theologischen Standards stand? Welche Akzentverschiebungen gibt es, wenn Glaube digital individualisiert und leistungsbezogen vermittelt wird? Ziel ist es auch, den Gebrauch von KI in ihrer Wirkung auf die Glaubenskommunikation zu untersuchen und einen Bewertungsrahmen mit Kriterien zu entwickeln, der Chancen und Grenzen dieser Anwendungen Rechnung trägt und einen verantwortungsvollen Umgang ermöglicht.

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