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Alexander Pelz, M.A.

E-Mail: alexander.pelz@uni-bamberg.de

Promovierende

Lehrstuhl für Geschichte der ost- und mitteleuropäischen Kulturen im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit

Entwicklung und transregionale Bezüge des Vogtlandes im Früh- und Hochmittelalter. Eine historische Analyse unter Hinzuziehung von archäologischen und onomastischen Methoden.

Die Geschichte des Vogtlands beginnt meist mit der erstmaligen Nennung der Stadt Hof im Jahre 1214. Darüber, was zuvor in dieser Region war, schweigen die Schriftquellen. Das Vogtland vor 1214 kann – um es mit Enno Bünz zu sagen – als Terra Incognita bezeichnet werden. Dennoch handelte es sich nicht um ein siedlungsleeres Gebiet, was sich anhand der Altwegeforschung, der Siedlungsarchäologie und der Ortsnamenskunde belegen lässt. Die Auswertung von Quellen unterschiedlicher Disziplinen steht dabei im Zentrum der Dissertation. Auch wenn die Schriftquellen für das Gebiet des Vogtlandes schweigen, so gibt es aus den umliegenden Gebieten durchaus Hinweise auf Erschließungsbestrebungen. Aus diesem Grund ist die Arbeit dreigeteilt.

Zunächst werden die Gebiete, die sich um das Vogtland herum bis zum Jahre 1007 etabliert haben, hinsichtlich der Herrschaftsdurchdringung analysiert. Dabei sticht ins Auge, dass Bayern südlich der Donau bereits zur Römerzeit und unter den Karolingern stark von Herrschaft durchdrungen war. Der im Norden anschließende Nordgau, der in zahlreichen Publikationen und Karten das Vogtland miteingeschlossen haben soll, endete jedoch noch 1024 an der Erlanger Schwabach. Die Bistümer Würzburg und Eichstädt, sowie das 1007 entstandene Bistum Bamberg bildeten die Grenze nach Westen, wobei es sich auch hier um Gebiete mit starker Herrschaftsdurchdringung handelte. Das nördlich gelegene Thüringen war seit der Merowingerzeit zunehmender herrschaftlicher Vereinnahmung unterworfen, der Bistumssitz in Erfurt wurde bereits 742 durch Bonifatius gegründet. Hier lässt sich eine starke Durchdringung von Herrschaft feststellen, auch wenn das Bistum 755 an das Bistum Mainz fiel. Östlich von Thüringen schufen die frühen Ottonen, hauptsächlich Heinrich I. und Otto I., die Marken Meißen, Merseburg und Zeitz, sowie die gleichnamigen Bistümer, von denen aus die Missionierung der heidnischen Slawen, aber auch die Sicherung der ottonischen Kernlande gegenüber der Ungarn stattfinden sollte. Im 11. Jahrhundert wurden schließlich in Böhmen und Mähren ebenfalls Bistümer gegründet, sodass auch hier Erschließungsbestrebungen gen Westen wahrscheinlich sind.

Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit den Vorstößen ausgehend von den umliegenden Gebiete gen Vogtland. Besonders stechen hier die Schweinfurter Markgrafen aus dem späteren Bistum Bamberg ins Auge, aber auch die Markgrafen von Giengen-Vohburg aus dem Nordgau, der heutigen Oberpfalz. Es zeigt sich, dass sie über eine Gefolgschaft verfügten, die in einem erstaunlich weiten Umkreis lebte. Die nördlichsten Lehnsnehmer stehen mit Ortschaften an der Saale in Verbindung, sodass sich der begründete Verdacht ergibt, dass die Region bereits in der Mitte des 12. Jahrhunderts langsam Herrschaft durchdrungen wurde. Auch das Ausgreifen von Adelsgeschlechtern wie den Grafen von Everstein im Norden fällt in diese Zeit. Zusätzlich der zunehmende Bergbau im Erzgebirge. Die Altwegeforschung zeigt, dass es bereits im 11. Jahrhundert Fernwege gegeben hat, die genutzt wurden, auch wenn hier Schriftquellen fehlen. Dennoch entstanden diese Verbindungen nicht im luftleeren Raum, wie die Siedlungen. Wie im Fall der Stadt Hof, die als Rekkenze 1214 erstmals genannt worden ist, zeigt sich, dass die Entstehung einer Siedlung weit vor der erstmaligen Nennung und der Verleihung von Stadtrechten erfolgt ist. Hier leistet die Onomastik einen wichtigen Beitrag, gerade in Bezug auf die Ortsnamen, die auf Rodungstätigkeiten hindeuten.

Im dritten Teil der Dissertation soll anhand der Herrschaftsverhältnisse im Vogtland nach 1214 nachvollzogen werden, was sich ereignet haben kann, damit das Vogtland zu dem Herrschaftsraum wurde, der es unter den Vögten war. Ein Ausblick auf die Entstehung niederadliger Geschlechter, die vor allem in der Frühen Neuzeit in Erscheinung traten, rundet die Arbeit ab.

2022

Masterarbeit zum Thema: Eine Karriere durch Gewalt? Die Fehden des Hans von Feilitzsch im Spiegel der Reichskammergerichtsakten am Lehrstuhl für Neuere Geschichte und am Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte

2020-2022

Masterstudium Geschichte mit Schwerpunkt auf Neuerer Geschichte an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

2019-2022

Masterstudium Interdisziplinären Mittelalterstudien in der Fächerkombination Germanistik, Geschichte, Archäologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

2020

Bachelorarbeit zum Thema: Naturphänomene als Werk vermeintlicher Hexen und Hexer? Ihre Darstellung in Messrelationen des 16. bis 18. Jahrhunderts am Lehrstuhl für Neuere Geschichte

Bachelorarbeit zum Thema: Mittelalter vermitteln – Konzeption einer Unterrichtseinheit mit anschließendem Exkursionstag in die Bamberger Staatsbibliothek am Lehrstuhl für Deutsche Philologie des Mittelalters

2017-2020

Bachelorstudium Geschichte an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

2016-2020

Bachelorstudium Interdisziplinären Mittelalterstudien in der Fächerkombination Germanistik, Historische Grundwissenschaften und Archäologie an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Seit 10/2024

Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neuere Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte

Seit 06/2022

Sekretär am Lehrstuhl für Neuere Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte

2022

Beteiligung an Planung und Durchführung des Studentischen Archäologiesymposiums 2022 (SABA'22)

https://www.uni-bamberg.de/iadk/archwiss/studentisches-engagement/saba-2022/

2021/22

Studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Neuere Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte

2020/21

Mitwirkung an der Sonderausstellung zum 40-jährigen Jubiläum des Lehrstuhls AMANZ vom 17. Juli – 03. Oktober 2021

https://www.uni-bamberg.de/amanz/transfer-archaeologische-akademie/abgeschlossene-ausstellungsprojekte/ausstellungsprojekt-kleine-funde-grosse-geschichten/

2019

studentische Hilfskraft im Projekt "West-östliche Transferprozesse in akteurszentrierter Perspektive: Salomon Negri als Übersetzer und kultureller Vermittler zwischen der arabischen Welt und dem lateinischen Europa im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert"

https://www.uni-bamberg.de/hist-ng/forschung/abgeschlossene-projekte/west-oestliche-transferprozesse/

2019

Beteiligung an Planung und Durchführung des 4. Studentischen Archäologiesymposiums 2019 (SABA'19)

https://www.uni-bamberg.de/iadk/archwiss/studentisches-engagement/saba-2019/

2018

studentische Hilfskraft im Projekt "Auswertung der archäologischen Ausgrabungen im Bamberger Dom 1969-72" am Lehrstuhl für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit

https://www.uni-bamberg.de/amanz/forschung/abgeschlossene-forschungsprojekte/auswertung-der-archaeologischen-ausgrabungen-im-bamberger-dom-1969-72/

2017-2022

studentische Hilfskraft im Zentrum für Mittelalterstudien (ZeMas)

  • Landesgeschichte Oberfrankens
  • Regionalgeschichte des Vogtlands
  • (Nieder-)Adelsforschung

Wie Berengar nach Bamberg kam: Die Babenberger Burg als Exil. In: Kleine Funde, große Geschichten: Archäologische Funde aus dem Bamberger Dom (= AMANZ notizhefte 1) Bamberg 2021. S. 41–48.

Heinrich II. und Bamberg: historische Voraussetzungen für den Dombau“. In: Kleine Funde, große Geschichten: Archäologische Funde aus dem Bamberger Dom (= AMANZ notizhefte 1) Bamberg 2021. S. 49–53.

Bishop Otto I. of Bamberg ─ his life and his works. AMANZ-notiz-blog. URL: https://amanzblog.hypotheses.org/1329 (Stand: 09.09.2026).

Gebietsschenkungen an das Bistum Bamberg bis in die Zeit Bischof Ottos I. Vortrag am 08. Mai 2026 am 2. Tag der Bamberger Graduiertenschule für Mittelalterstudien (BaGraMS)

Mit aller Macht, dennoch vergebens: Verschiedene Versuche der Unterwerfung von Hans von Feilitzsch. Vortrag am 05. Dezember 2025 im Rahmen des mediävistischen Nachwuchskolloquiums der Universitäten Bamberg, Bayreuth, Gießen, Chemnitz, Karlsruhe und Braunschweig in Gießen vom 05.–07. Dezember 2025

“Mich einem Landesherrn unterwerfen? Niemals!” Die Klagen des Hans von Feilitzsch vor dem Reichskammergericht. Vortrag am 14. November 2025 im Rahmen der Tagung ‚Aufsteigen‘ und ‚Obenbleiben‘ Strategien niederadeliger Familien im Vogt- und Egerland und den angrenzenden Regionen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit auf Burg Mylau vom 12.–14. November 2025

Submit to a Territorial Lord? Never!: The Lawsuits of Hans of Feilitzsch before the Imperial Chamber Court, 1527-1554. Vortrag am 07. Juli 2025 auf dem IMC in Leeds vom 07.–12. Juli 2025

Die Erschließung des Vogtlandes bis 1200 und ein Ausblick auf Netzwerke, Koalitionen und Konkurrenz in Spätmittelalter und Früher Neuzeit am Beispiel ausgewählter Familien. Vortrag am 15. Mai 2025 am 1. Tag der Bamberger Graduiertenschule für Mittelalterstudien (BaGraMS)

Mit Mats Pfeifer, M.A.: Mittelalter-Rezeption und -Vereinnahmung im nördlichen Harzraum. Vortrag am 04. Juli 2024 im Rahmen des Mediävistischen Seminars des Zentrums für Mittelalterstudien an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die Ottonen und die Entstehung einer neuen Königslandschaft im Harzvorland. Vortrag am 02. Mai 2024 im Rahmen des Mediävistischen Seminars des Zentrums für Mittelalterstudien an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Herkunftslegenden als legitimatorische Fiktion - die von Feilitzsch und ihre Rolle bei der Erschließung des Vogtlandes. Vortrag am 24. November 2023 im Rahmen des Oberseminars der Neueren Geschichte unter Einbeziehung der Landesgeschichte an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Mich einem Landesherrn unterwerfen? Niemals! Die Klagen des Hans von Feilitzsch vor dem Reichskammergericht gegen Standeskollegen und Territorialherren. Vortrag am 22. November 2022 an der VHS Hof

Mich einem Landesherrn unterwerfen? Niemals! Die Klagen des Hans von Feilitzsch vor dem Reichskammergericht zwischen 1527 und 1554. Vortrag am 13. Mai 2022 im Rahmen des mediävistischen Nachwuchskolloquiums der Universitäten Bamberg, Bayreuth, Gießen, Chemnitz, Karlsruhe und Braunschweig in Chemnitz am 13./ 14. Mai 2022

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