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Neue Perspektiven auf Einleitungswissenschaft

Einleitung weiter denken

Einleitung weiter denken verortet die klassische biblische Einleitungswissenschaft an der Schnittstelle von Theologie, Geschichte, Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft und versteht neutestamentliche Texte konsequent als Identitätstexte, die weder ohne ihre historischen und literarischen Kontexte noch ohne ihre Bedeutung für die Identität(en) der Jesusnachfolger und deren soziale, geistesgeschichtlichen und lebensweltlichen Kontexte („Frames“) verstanden werden können.

Die Vorstellung vom Familienalbum als auch heute verständlichem Alltagsmedium bietet einen niedrigschwelligen Einstieg in die fremde Welt der frühen Jesusnachfolger und erlaubt es gleichzeitig, allgemeine und spezielle Einleitung als Zueinander vom Familienalbum und Einzelbild zu verstehen und zu untersuchen.

Das Neue Testament erzählt in 27 Einzelbildern die Geschichte der ersten fünf Generationen von Jesusnachfolgern als Geschichte von Identitätssuche typischen Fragestellungen und Herausforderungen einer jeden Generation, die sich mit dem Wissen über neutestamentliche Zeitgeschichte, Medien und literarische Formen verbinden lässt.

Der kanonische Blick – die Zusammenschau der Bilder im frühchristlichen Familienalbum – verändert den Blick auf die einzelnen Bilder, aber auch auf christliche Identität insgesamt. Die Einzelbilder von Jesus in den vier Evangelien verändern sich in der kanonischen Zusammenschau ebenso wie die Deuteropaulinen die Erinnerungsfigur Paulus. Paulinische, synoptische und johanneische Texte steuern ebenso wie die Katholischen Briefen unterschiedliche Facetten oder Charakteristika zu christlicher Identität bei, die bei einer kanonischen Harmonisierung hierarchisiert werden, sodass Varianzbreite verloren gehen kann.

Einleitung weiter denken bringt den etischen und emischen Blick auf die 27 Bücher des Neuen Testaments wieder zusammen, nimmt sie als Identitätstexte ernst und hilft, die Probleme, die durch eine allzu große Segmentierung und Spezialisierung entstanden sind, zu überwinden. Über das Bild vom Familienalbum ist es auch für Christen ohne theologische Vorbildung anschlussfähig und könnte zudem auch Nichtchristen das frühchristliche Familienalbum als kulturellen Text erschließen.

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