Projektdetails
DFG-Projekt: Geschichtspolitik und Erinnerungskultur in Vietnam

Ändert sich die Darstellung der vietnamesischen Geschichte? Im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojekts untersuchen Wissenschaftler der Universität Passau und der Vietnam National University Hanoi, inwiefern die Öffnungspolitik Vietnams Auswirkungen auf die Darstellung der vietnamesischen Geschichte hat. Das von Privatdozent Dr. Martin Großheim geleitete Projekt wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell gefördert.
Seit Beginn der Reformpolitik in Vietnam in den 1980er Jahren hat die vietnamesische Führung ihre Kontrolle des öffentlichen Raumes und des Privatlebens der Bürger gelockert, was zu einer Transformation der vietnamesischen Gesellschaft geführt hat. Dieser Prozess ist durch Vietnams Öffnungspolitik noch weiter verstärkt worden.
In diesem Projekt wird analysiert, inwieweit diese Veränderungen auch eine Diversifizierung von Narrativen der vietnamesischen Geschichte zur Folge hatte. Es wird untersucht, ob vietnamesische Geschichtsfachzeitschrifen, Geschichtslehrbücher, Websites, Museen und historische Stätten in Vietnam zum Ort nationaler und transnationaler historiographischer Debatten geworden sind und ob die offizielle Parteihistoriographie begonnen hat, die Repräsentation der vietnamesischen Geschichte neu auszurichten.
Geschichtspolitik ist im öffentlichen Raum in Vietnam allgegenwärtig: Das Bild zeigt ein Plakat im Stadtzentrum von Hanoi (2007): Sẵn sàng bảo vệ tố quốc! = Bereit, das Vaterland zu verteidigen.
| Projektleitung an der Universität Passau | Dr. Martin Großheim (Lehrstuhl für Südostasienstudien) |
|---|---|
| Laufzeit | 01.08.2014 - 31.07.2017 |
| Mittelgeber | ![]() DFG - Deutsche Forschungsgemeinschaft > DFG - Sachbeihilfe |
| Projektnummer | GR 193-1 |
| Themenfelder | Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte) |
