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Eye-Tracking-Verfahren

Bildwahrnehmung mittels Eye-Tracking-Verfahren

An der Frage, wie Bilder wahrgenommen werden, hat die Kunstpädagogik ein genuines Interesse. Die Wahrnehmungspsychologie sowie die Kognitive Psychologie stellen über die dabei ablaufenden Prozesse zahlreiche Theorien bereit. Zu den speziellen Situationen, wie etwa Kinder oder Jugendliche mit Bildern umgehen, wissen wir noch wenig. Zudem ist bei Schülerinnen und Schülern in letzter Zeit eine vermehrt sich einstellende Sprachlosigkeit in der Gegenwart von Bildern festzustellen.

Dank neuerer technologischer Entwicklungen sind mittlerweile Geräte zur Blickerfassung flexibel einsetzbar. Eye-Tracking-Verfahren werden heute hauptsächlich in der Industrie zur Konsumforschung und im Praxistest zur Bedienbarkeit von technischen Geräten verwendet. Die Abbildungsqualität ist genügend differenziert, sodass die Technik auch für Untersuchungen zur Wahrnehmung von Bildern und Kunstwerken geeignet ist.

Grundsätzliche Fragestellung und Zielsetzung

Das Experiment soll Aufschluss geben über das Wahrnehmungsverhalten von Schülerinnen und Schüler bei der Betrachtung von für sie bis dato unbekannten Kunstwerken. Zu klären wäre, was an einem Bild überhaupt wahrgenommen wird und wie Bilder von Jugendlichen gelesen werden. Mit Hilfe des Eye-Tracking-Verfahrens kann man diejenigen Bildzonen ermitteln, die ein besonderes Interesse hervorrufen. Kumulierende Fixationen sind dafür ein besonderer Hinweis. Davon ausgehend benennen die Probanden und Probantinnen die erkannten Bildelemente und stellen Vermutungen über mögliche Bildinhalte an.

Die Datenauswertung erfolgt mit der Software D-Lab, die folgende Kennwerte pro Proband bzw. pro Probantin auf der Basis einer deskriptiven Statistik bestimmt:

  • Kumulierende Blickdauer
  • Fixationsreihenfolge
  • Anzahl der Blicke

Im unmittelbaren Anschluss, nach dem Absetzen der Eye-Tracking-Brille, wird eine retrospektive Datenerhebung mittels Fragebogen durchgeführt. Die gewonnen Aussagen werden dann einer eingehenden Analyse hinsichtlich des Bildverständnisses unterzogen und mit den Daten der Blickerfassung verglichen. Ziel der Untersuchung ist, Korrelationen zwischen den gehäuften Fixationen des Auges und einer begrifflichen Taxonomie zu ermitteln.

Bericht­erstattung

Kurzvideos zum Eye-Tracking-Verfahren

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