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Ein Jahrhundert Geschichte für die Region: Ostbairische Heimatforschung feiert 100. Geburtstag

Mit einem Festakt begehen der Verein für Ostbairische Heimatforschung und das Institut für Kulturraumforschung Ostbaierns und der Nachbarregionen (IKON) der Universität Passau am Donnerstag, 29. Oktober, 19.00 Uhr, im Großen Rathaussaal ihr 100-jähriges Jubiläum. Den Festvortrag hält Professor Dr. Bernhard Löffler (Universität Regensburg) unter dem Titel „Starke Männer, viele Berge. Bilder von Bayern und ihre Instrumentalisierung“. Wir laden Interessierte sowie Vertreterinnen und Vertreter der Medien herzlich dazu ein.

| Lesedauer: 2 Min.

Cover der Bücher

Am 11. August 1926 gründeten einige geschichtsbegeisterte Passauer Bürger einen historischen Verein und etwas später ein dazugehöriges Institut. Ihr Anliegen formulierte Mitbegründer Max Heuwieser so: Heimatgefühl müsse „beruhen auf Heimatwissen und Heimatkunde“. Die Gründungsidee war pragmatisch und erstaunlich modern: Weil Geld fehlte, gründete man zuerst einen Verein, der das Institut trug und finanzierte. Das „ai“ im Namen ist Programm bis heute: Erforscht wird nicht nur das östliche Bayern, sondern der gesamte altbairische Kulturraum bis nach Österreich und Böhmen.

Die Geschichte der beiden Einrichtungen verlief nicht geradlinig. Unter dem Nationalsozialismus wurde das Institut, das eng verbunden war mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule, deutlich eingeengt. Nach dem Krieg führte Josef Oswald es zu neuer Blüte; 1960 wurde es ein staatlich finanziertes Institut der Hochschule und 1978 Teil der Universität Passau. Heute arbeiten unter seinem Dach Historische Landeskunde, Sprachraumforschung und Regionalgeographie zusammen.

Das Ergebnis nach hundert Jahren: 183 Bücher, eine regionalhistorische Spezialbibliothek mit rund 30.000 Bänden, das „Passauer Jahrbuch“ als Flaggschiff und Gemeinschaftswerke wie z.B. die „Geschichte der Stadt Passau“ (1999/2003) oder „Das Bistum Passau zwischen Säkularisation und Zweitem Vatikanum“ (2026). Seit 2003 fördert der Verein zudem Arbeiten von Schülerinnen und Schülern sowie Studierenden zur Landes-und Regionalgeschichte mit einem eigenen Preis.

Beim Festakt werden der aktuelle Band des „Passauer Jahrbuchs“ sowie die neue Passauer Bistumsgeschichte vorgestellt. Den Festvortrag hält Professor Dr. Bernhard Löffler, Inhaber des Lehrstuhls für Bayerische Landesgeschichte an der Universität Regensburg. Er spricht über „Starke Männer, viele Berge. Bilder von Bayern und ihre Instrumentalisierung“ – ein Thema, das an eine Grundüberzeugung des Instituts anknüpft: Wer Geschichtsbilder kennt, kann auch ihren Missbrauch erkennen. Anschließend gibt es einen Stehempfang.

Um Anmeldung wird gebeten; Kontakt: sonja.jahrstorfer@uni-passau.de

Mehr Informationen zu IKON: www.ikon.uni-passau.de/

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