4. Québec-Bayern Forum, Passau
Zum vierten Mal wird der Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation am 11. Juni 2026 das Québec-Bayern Forum an der Universität Passau veranstalten - mit Fokus auf dem Thema „Zukunft gestalten – Interkulturelle Perspektiven“. Ein vorläufiges Programm können Sie hier einsehen.
Was bringt die Zukunft? Wie können wir sie schon heute aktiv und konstruktiv gestalten? Und welche Technologien weisen dabei den Weg?
Mit diesen und vielen weiteren Fragen beschäftigte sich am 11. Juni 2026 das 4. Québec-Bayern Forum an der Universität Passau. Unter dem Leitthema „Zukunft gestalten – Interkulturelle Perspektiven“ kamen Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft, Praxis, Gesellschaft und Politik mit Studierenden der Université du Québec à Montréal und der Universität Passau zusammen, um zentrale Zukunftsfragen aus unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation in Kooperation mit der Professur für Romanische Literaturwissenschaft/Landeskunde mit Schwerpunkt Frankreich und mit finanzieller Unterstützung der Bayerischen Staatskanzlei, des Vereins der Freunde und Förderer der Universität Passau, des AlumniClub, des kuwi Netzwerk und des Neuburger Gesprächskreises. Erneut konnte so eine Plattform der Begegnung und des Austauschs sowie der Vernetzung zwischen Bayern und Québec geschaffen werden. Das diesjährige Leitthema knüpfte dabei konsequent an die Themen der vergangenen Jahre an und richtete den Blick auf eine gemeinsame Zukunft.
Nach der Begrüßung der anwesenden Studierenden, Universitätsmitglieder und externen Gäste durch die Vizepräsidentin für Internationales der Universität Passau, Professorin Daniela Wawra, die unter anderem die „interkulturelle Vitalität“ des Formats hervorhob, wandten sich auch die Organisatoren, Professor Christoph Barmeyer (Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation, Universität Passau) und Professorin Marina Ortrud Hertrampf (Professur für Romanische Literaturwissenschaft/Landeskunde mit Schwerpunkt Frankreich) an das Publikum. Bereits hier wurde das enorme Potential bayerisch-québecer Beziehungen für die Zukunft deutlich – ein Aspekt den später auch Dr. Benedikt Miklós, Attaché für Politik, öffentliche Angelegenheiten und Kooperation bei der Vertretung der Regierung von Québec in München in seiner inhaltlichen Einführung betonte. Ein Grußwort von Dr. Daniel Etzel, Leiter der Vertretung des Freistaats Bayern in Montréal sowie ein Überblick über wissenschaftliche Kooperationsmöglichkeiten durch Michaela Eggert (WKS, Bayerische Forschungsallianz) rundeten die Einführung ab.
Den inhaltlichen Hauptteil der Veranstaltung eröffnete Thomas Kuch (Kuch_SpaceOps). In seinem Vortrag zeigte er eindringlich die Zukunftsrelevanz des Raumfahrtsektors auf. Insbesondere ein Video der European Space Agency, das die Folgen eines Tages ohne Raumfahrtindustrien veranschaulichte, demonstrierte detailliert, wie wichtig die Raumfahrt heute und auch in Zukunft ist. Martin Keil (Reiser Simulation and Training) sprach anschließend in seinem Vortrag über die Ausbildung der Piloten von morgen und betonte dabei die menschliche Dimension auch in hochdigitalisierten Zeiten. Einen Einblick in Zukunftstechnologien im Energiesektor erhielt das Publikum von Jana Witolla und Astrid Heindel (HAW Landshut). Dabei wurden auch internationale wissenschaftliche Projekte zwischen Québec und Bayern vorgestellt, die beispielhaft zeigen, wie grenzüberschreitende Kooperation zur Entwicklung zukunftsweisender Lösungen beitragen kann.
Nach der Mittagpause, die für intensiven Austausch genutzt wurde, folgte ein gesellschaftlich ausgerichteter Block: Professor Christoph Barmeyer und Elisabeth Huber (Universität Passau) präsentierten das Konzept des Québecer Interkulturalismus als Modell für zukünftige Gesellschaften und zeigten die konkrete Umsetzung am Beispiel der Québecer Genossenschaftsbank Desjardins. Dr. Carsten Quell (Regierung von Kanada) setzte anschließend Impulse zur mehrsprachigen Gestaltung der Zukunft. Einen letzten Fachvortrag hielt Professor Jörg Scheffer, der über die Stadt der Zukunft sprach und seine Ausführungen mit einem Video über Passau anschaulich abrundete. Annika Meier, Kulturwirt-Master-Studentin, hielt einen Gedichtvortrag zu den Besonderheiten von Québec und Bayern und den gemeinsamen Beziehungen, der auf überzeugende und lyrische Weise die Potentiale der Zusammenarbeit hervorhob. Aufgelockert wurde das fachliche Programm immer wieder durch kurze Bewegungsaktivitäten, moderiert von der Pilatestrainerin Andrea Aletter.
Besonders aufschlussreiche Einblicke in die Zukunftsvorstellungen der jüngeren Generation boten die Pitches interkultureller Studierendengruppen. Im Rahmen des Kurses „Intercultural Entrepreneurship“, der seit mehreren Jahren in Kooperation mit Dr. Tobi Rodrigue (Université du Québec à Montréal) durchgeführt wird, hatten die Studierenden im Laufe der Woche in bayerisch-québecer Teams eigene Startup-Projekte entwickelt, die sie dem Publikum präsentierten. Ein roter Faden aller Projekte war ihre soziale Ausrichtung: Die Ideen zielten auf eine gerechtere, nachhaltigere und gemeinschaftlich gestaltete Zukunft ab.
Das Programm wurde zuletzt abgerundet durch eine Table Ronde, moderiert von Dr. Sina Grosskopf (International University of Monaco), die Vertreter aus Praxis (Thomas Kuch), Politik (Dr. Carsten Quell) und Wissenschaft (PD Dr. Martina Maletzky de Garcia) zusammenbrachte und mit Fragen zur Gestaltung der Zukunft konfrontierte. Als gemeinsamer Konsens trat dabei die Bedeutung gegenseitiger Unterstützung, tragfähiger Netzwerke und grenzüberschreitender Zusammenarbeit hervor.
Als zentrales Ergebnis der Veranstaltung lässt sich festhalten, dass die Zukunft trotz verschiedenster Unsicherheiten und Herausforderungen ein gestaltbares Feld ist. Mit innovativen Ideen, grenzüberschreitender Zusammenarbeit und Perspektivenvielfalt können wir bereits heute einen Beitrag zu einem besseren morgen leisten und Wandel anstoßen. Die Zusammenarbeit zwischen Bayern und Québec eröffnet dabei besondere Möglichkeiten und kann bereits jetzt als erfolgreiches Beispiel interkultureller und transatlantischer Kooperation gelten.
Das 4. Québec-Bayern Forum erwies sich somit als großer Erfolg: Der Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Kulturen eröffnete neue Perspektiven, Denkanstöße und konkrete Kooperationsansätze. Viele Teilnehmende gewannen nicht nur neues Wissen, sondern stellten auch eigene Überzeugungen infrage und reflektierten bestehende Denkmodelle. Gleichzeitig vermittelte das Forum eine ermutigende Botschaft: Es gibt vielfältige Möglichkeiten, aktiv zu werden und Veränderungen für die Zukunft zu gestalten.
Wir danken der Bayerischen Staatskanzlei, dem Verein der Freunde und Förderer der Universität Passau, dem AlumniClub, dem kuwi Netzwerk sowie dem Neuburger Gesprächskreis herzlich für die großzügige finanzielle Unterstützung, die maßgeblich zum Erfolg des 4. Québec-Bayern Forums beigetragen und den so inspirierenden und grenzüberschreitenden Austausch in diesem Format ermöglicht hat.
Zukunftsfragen stehen heute mehr denn je im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen, globaler Verflechtungen sowie kultureller Vielfalt. Unser Forum zum Thema „Zukunftsgestaltung“ rückt daher die Bedeutung interkultureller Perspektiven in den Mittelpunkt und macht deutlich, dass die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft nur im Dialog unterschiedlicher Kulturen gelingen kann. Insbesondere gesellschaftliche Herausforderungen wie Digitalisierung, nachhaltiges Wachstum, Innovationen sowie Zusammenleben in Vielfalt verlangen nach einem bewussten interkulturellen Austausch. Der gezielte Fokus unserer Veranstaltung auf heutigen Entwicklungen mit Zukunftsorientierung ermöglicht ein umfassendes Verständnis aktueller Entwicklungen und wird durch die Komplementarität der Québecer und bayerischen Perspektive zusätzlich vertieft.
Im Kontext globaler Transformationsprozesse leistet das Québec-Bayern Forum einen Beitrag dazu, heutige Denkweisen kritisch zu reflektieren, neue Perspektiven zu eröffnen und nachhaltige Verbindungen zwischen Menschen, Kulturen und Ideen zu schaffen, die auch über den heutigen Moment hinaus in die Zukunft wirken.
Das abwechslungsreiche Programm ermöglicht das Thema unter Einnahme verschiedener Blickwinkel (Forschung – Lehre – Praxis; Québec - Bayern) zu erschließen und zu diskutieren.