Professor Lenz, geboren am 3. Mai 1942, besuchte das mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium in Wattenscheid und studierte anschließend Anglistik und Geschichte, zunächst in Münster und dann an der neugegründeten Ruhr-Universität in Bochum, wo er mit einer Arbeit über Shakespeare promovierte und bis zu seinem Wechsel an die Ludwig-Maximilians-Universität in München als Wissenschaftlicher Assistent tätig war.
Während er zunächst vornehmlich werkimmanent arbeitete und sich vor allem hochliterarischen Texten widmete, erfolgte im weiteren Verlauf eine konsequente Ausweitung methodischer Ansätze und wissenschaftlicher Gegenstandsbereiche, auf die sich auch die drei jeweils einjährigen Auslandsaufenthalte als Gastdozent in Schottland (University of St Andrews, 1970/71), den Vereinigten Staaten (University of Minnesota, Minneapolis, 1973/74) und England (University of Sussex, 1985/86) sehr anregend auswirkten.
Neben Arbeiten zur Literaturdidaktik und Literaturtheorie galt sein Hauptinteresse lange Zeit der Analyse von Texten, die eher der Unterhaltungs- und Trivialliteratur zuzurechnen sind. Als weiterer, aus der sprachpraktischen Arbeit erwachsener Schwerpunkt ist die Übersetzung fiktionaler und nichtfiktionaler Texte zu nennen (u. a. Bücher über E.A. Poe, J.-P. Sartre und Hannah Ahrendt), die sich auch in der Gründung der Passauer Reihe KritBrit, Übersetzungen vergessener und verdrängter kritischer englischer Texte, niedergeschlagen hat (zusammen mit M. Pfister und H. Quadflieg)
Seit seiner Berufung nach Passau (1986) beschäftigte er sich besonders mit dem Bereich der Cultural Studies und dem Zusammenhang von Literaturwissenschaft und Kulturwissenschaft. In diesem Kontext erfolgte auch die Gründung einer neuen Zeitschrift, des Journal for the Study of British Cultures (seit 1994).